Arbeit und WirtschaftMichael Bierbach

30.07.2025

Bierbach: „Wer Teilzeit arbeitet, hat keine Wahl – der Verkehr ist mitverantwortlich“

Unflexibler Öffi-Ausbau zwingt viele – vor allem Frauen – in Teilzeitmodelle

„Es ist an Zynismus kaum zu überbieten, wenn Landeshauptfrau Mikl-Leitner Menschen, die in Teilzeit arbeiten, als ‚asozial‘ bezeichnet. Denn die Teilzeitstudie der Arbeiterkammer NÖ zeigt ganz klar: Menschen, insbesondere Frauen, arbeiten nicht freiwillig in Teilzeit, sondern weil sie schlicht keine andere Wahl haben“,

stellt SPÖ-Verkehrssprecher LAbg. Michael Bierbach klar:

„Gerade die verkehrspolitische Realität in Niederösterreich spielt dabei eine entscheidende Rolle: Unzureichende Öffi-Verbindungen, fehlende Taktung und lange Pendelzeiten erschweren eine Vollzeit-Erwerbstätigkeit massiv, besonders für Mütter.“

Bierbach kritisiert, dass die schwarz-blaue Landeskoalition ihre Verantwortung seit Jahren ignoriert:

„Wer morgens erst mit dem Auto die Kinder zur (teuren) Betreuungseinrichtung bringen muss, weil es keinen Bus gibt und dann stundenlang zur Arbeit pendeln muss, weil die Bahnverbindung schlecht ist, der kann nicht um 8 Uhr anfangen und um 17 Uhr wieder zu Hause sein. Das ist kein individuelles Versagen, das ist politisches Versagen.“

Wenn Mikl-Leitner, die aus ihrer Sicht unfaire und ungerechte Teilzeitarbeit zurückdrängen möchte, so Bierbach weiter, dann brauche es ein Bündel an Maßnahmen:

„Die schwarz-blaue Landeskoalition verabsäumt es leider seit Jahren, das Land Niederösterreich weiterzubringen! Denn eine kostenlose Kinderbetreuung, so wie sie in allen rot regierten Bundesländern der Fall ist, würde für Familien vieles erleichtern und ihnen die Möglichkeit geben, auch Vollzeit zu arbeiten! Hinzu kommt der massive Ausbau der Öffis im ländlichen Raum, wo FPÖ-Landbauer leider nur für Wartezeiten, Verschiebungen und Chaos anstatt Lösungen sorgt.“

Bierbach abschließend:

„Fakt ist, dass wir in der Teilzeitdebatte jedenfalls keine Beschimpfungen von Landeshauptfrau Mikl-Leitner, sondern Lösungen brauchen. Denn wer Menschen wirklich ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen will, muss Barrieren abbauen, anstatt moralisch abzuwerten.“

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