19.08.2026
Hergovich/Suchan-Mayr: SPÖ NÖ fordert größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs
100 Millionen Euro jährlich für Renaturierung und Hochwasserschutz – Gemeinden bei Umsetzung unterstützen
Angesichts zunehmender Hitze, Dürreperioden und der Gefahr neuer Hochwasserereignisse fordert die SPÖ Niederösterreich eine massive Ausweitung der Renaturierung im Land. SPÖ-NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich schlägt dafür eine Renaturierungsoffensive mit einem Volumen von 100 Millionen Euro jährlich vor.
„Was wir heuer erleben, ist kein Sommer wie damals. Dürre, Wassermangel und enorme Schäden in der Landwirtschaft zeigen, dass wir handeln müssen. Wir können den Klimawandel in Niederösterreich nicht alleine lösen. Aber wir können unseren Beitrag leisten und dafür sorgen, dass wir besser auf seine Folgen vorbereitet sind. Nach der Dürre folgt leider oft die Flut. Gute Politik wartet nicht auf den nächsten tragischen Anlass, sondern bereitet sich darauf vor“,
sagt Hergovich. In den vergangenen Jahren wurden in Niederösterreich bereits rund 500 Renaturierungsprojekte angegangen. Gleichzeitig gibt es laut WWF an größeren Flüssen und Bächen rund 305 Kilometer mit besonders hohem Renaturierungspotenzial. Für Hergovich ist das bisher geleistete angesichts der Herausforderungen zu wenig:
„Wir wollen das Tempo massiv erhöhen und die größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs starten. Dafür sollen künftig 100 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. 50 Millionen Euro sollen durch Umschichtungen im bestehenden Fördervolumen des Landes kommen, weitere 50 Millionen aus den Erträgen des Generationenfonds. Es gibt kaum eine passendere Aufgabe für einen Generationenfonds, als der nächsten Generation eine intakte Umwelt und eine lebenswerte Heimat zu hinterlassen.“
Für SPÖ-NÖ-Umweltsprecherin und St. Valentiner Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr gehören Renaturierung und Hochwasserschutz zusammen:
„Ein natürlicher Fluss braucht Platz. Wo sich Wasser bei Starkregen auf dafür vorgesehenen Flächen ausbreiten kann, wird es zurückgehalten und fließt langsamer ab. Gleichzeitig helfen naturnahe Gewässer, Bäume und Grünflächen gegen die zunehmende Hitze. Renaturierung ist deshalb keine Naturromantik, sondern eine ganz praktische Investition in die Sicherheit und Lebensqualität unserer Gemeinden.“
Wie das funktionieren kann, zeige unter anderem die Revitalisierung des Erlabachs in St. Valentin. Auf rund 850 Metern wurde das Gewässer ökologisch aufgewertet und teilweise in ein neues Bachbett verlegt. Das umliegende Gelände wurde abgesenkt, um bei Hochwasser zusätzlichen Raum für das Wasser zu schaffen. Gleichzeitig entstanden neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Suchan-Mayr kritisiert, dass im niederösterreichischen Doppelbudget 2027/2028 keine entsprechenden Mittel für die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Renaturierung vorgesehen sind:
„Unsere Gemeinden sind bereit, Projekte umzusetzen. Aber Renaturierung kostet Geld – für Planung, Grundstücke und bauliche Maßnahmen. Das können viele Gemeinden nicht alleine stemmen. Wer mehr Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Renaturierung will, muss den Gemeinden auch die finanziellen Möglichkeiten dafür geben.“
Hergovich abschließend:
„Wer seine Heimat liebt, schützt sie vor Dürre und Flut. Landbauers Leugnung des Klimawandels gefährdet unsere Heimat. Deshalb unser Vorschlag an Schwarz-Blau für einen Kurswechsel: Starten wir gemeinsam die größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs. Geben wir unseren Flüssen und Bächen wieder mehr Raum, stärken wir den Hochwasserschutz und unterstützen wir unsere Gemeinden dabei. Wir werden dazu eine Initiative einbringen und laden alle Landtagsparteien ein, diesen Weg mitzugehen.“
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